Traumfisch Jäger

von David Demel

Cheburashka Bottom Jig System

Hallo liebe Raubfischangler,

ich möchte euch einmal das Cheburashka oder auch Bottom Jig System vorstellen, mit dem ich den letzten Monaten experimentiere. Vorweg: Es handelt sich nicht um ein Wundersytem, sondern lediglich um eine Abwandlung des klassischen Jigkopf mit einigen Vor- aber auch Nachteilen, auf die ich hier im folgenden Artikel eingehen werde.

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Es handelt sich im Prinzip um einen Jig, allerdings ist das Element Blei vom Haken getrennt und durch einem Vorschaltkopf zwischen das Vorfach und dem Haken geclipt. Der Haken sitzt nicht starr in einer Einheit mit dem Blei, sondern läuft flexibel dahinter. Erfunden sollen es die Russen haben, aber bei Cannelle habe ich ein ähnliches System schon vor 10 Jahren entdeckt, damals nur unbezahlbar.

Zunächst betrachten wir uns mal den Bleikopf:
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Hier befindet sich eine herausnehmbare Klammer in einem geschlitzten Kugelblei. So kann ich entweder den Köder oder das Gewicht blitzschnell an das Gewässer und die Strömung anpassen. Außerdem kann ich als Haken entweder Offset oder normale Haken benutzten, je nachdem was ich gerade bevorzuge.

Waren die Hersteller dieser Systeme in der Vergangenheit sehr rah gesäht, gibt es jetzt einige günstige Lieferanten. z.B. das Spro Bottom Jig System mit dem ich sehr zufrieden bin. Aber auch bei Ebay gibt es viele Lieferanten. Einfach mal nach Cheburashka googeln.

So wirds gemacht:

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Jetzt kommen wir einmal zu den Vor- und Nachteilen der Methode gegenüber dem klassischen starren Jig.

Vorteile:

1. Vorteil: Das Gewicht

Für mich als Tacklefetischisten der auf jede Situation am Wasser vorbereitet sein will und unterschiedlichste Strömungen mit unterschiedlichsten Größen an Ködern fische ergab sich die letzte Zeit ein schweres Problem. Das Gewicht meines Rucksacks.

Ich habe im Normalfall Minimum jeweils 10 Jigs der Gewichte 5g, 7g, 10g, 14g, 18g und 21g dabei. Diese alle dann in den Größen 1, 1/0, 3/0 und 6/0. Beim letzten Wiegen der Hakenbox kam ich auf 4 Kilo! Nur die Haken! Das ist im wahrsten Sinne des Wortes auf die Dauer ein untragbarer Zustand.

In der Cheburashka Box befinden sich jetzt jeweils 10 Köpfe der Gewichte 5g ,7g ,10g, 14g, 18g, 21g und 24g. Dazu noch etwa 100 Haken in den verschiedensten Größen und Ausführungen. Das Ganze wiegt jetzt etwa 1,5Kilo und ist wesentlich variabler kombinierbar als die Jigs. Für mich eine absolute Erleichterung.

Nur was würde das bringen, wenn ich damit nicht fangen würde!

2. Vorteil: Die Hänger

Der Haken sitzt flexibel hinter dem Kopf. Welchen Vorteil bringt das? Mit dem Cheburashka Rig hat man dadurch wesentlich weniger Hänger. Der Haken des Bleikopfes hängt sich durch die starre Achse zum Blei gerne an allem fest, was unter Wasser und auch über Wasser zu finden ist. Das kennt wohl jeder Gummifischer. Der flexible Haken des Cheburashka gleitet oft über Hindernisse und wenn er sich einmal festhängt, kann man ihn oft leicht lösen. Die Abrisse konnte ich halbieren!

3. Vorteil: Die Aussteigerquote

Wir alle kennen das. Der dicke Barsch oder Zander hängt am Haken und in der Endphase des Drills hebelt der Fisch den Jighaken raus und taucht auf immer in die Tiefe ab. Das ermöglicht der starre Jig. Durch die flexible Verbindung des Bleis zum Haken kann der Fisch den Haken nur schwer rausdrehen.

4. Vorteil: Hakenvariation

Man kann mit dem Cheburashka fast alle Haken fischen, die es gibt. Kurze, Dünne, Dicke, Offset- und Wurmhaken. Somit kann ich die Haken optimal den Ködern und der Situation anpassen. An der Kinzig fische ich gerne Offsethaken auf die kurze Distanz. Damit ergeben sich kaum Hänger im Holz. Am Main fische ich eher normale Wurmhaken oder Jighaken. Auf die Distanz kommt der Anschlag mit dem Offset zu schwer durch. Auch ist die Kombination Offset und Stinger mit Drilling kein Problem. Einfach den Stinger mit in die Klammer hängen fertig.

Einzige Bedingung für einen optimalen Lauf ist ein relativ großes Öhr. Ist das Öhr zu klein, ist die flexibele Verbindung und damit einer der großen Vorteile weg.

5. Vorteil: die Köderpräsentation
Wenn der Köder den Grund trifft, steht der normale Gummi am Stand up Jig nach oben und am Rundkopf fällt er schnell um. Am Cheburaska sinkt der normale Gummifisch ganz langsam zur Seite und der schwimmende Gummi steigt janz langsam in die Senkrechte. Ob das wirklich zu mehr Bissen führt, darüber kann ich nur spekulieren. Jedoch habe ich das subjektive Gefühl, dass mehr Bisse nach dem Aufschlagen kamen als beim normalen Jig.

Das alles hört sich jetzt bestimmt perfekt an. Doch es gibt auch ein paar Nachteile die ich nicht verschweigen will.

1. Nachteil: Die Verwertungsquote
Der flexible Haken bringt eine Menge Vorteile. Jedoch auch einen ausschlaggebenden Nachteil. Nach dem Biss muss sofort hart angeschlagen werden. Den Anschlag durchzubringen ist viel schwerer. Mit einem Offsetthaken vervielfacht sich diese Fehlbissquote noch einmal. Beim klassischen Jighaken mit seiner starren Verbindung, hakt sich der Fisch oft selbst. Was uns bei den Hängern noch einen Vorteil brachte ist hier plötzlich ein schwerwiegender Nachteil besonders bei Fischen die nur mal leicht zuschnappen.

2. Nachteil: Köderbefestigung

Einen Köder auf den Jig zu montieren ist einfach. Einen festen Gummiköder auf einen normalen langschenklichen Haken zu ziehen ist dagegen extrem schwierig. Einige Male habe ich den Haken komplett schief aufgezogen, was mir nicht so gefiel.

Dazu hält der Köder nur gut, wenn man ihn mit etwas Sekundenkleber fest klebt, da die Köderklammern des klassischen Jigs fehlen. Einige Male haben mir die Fische den Köder sogar vom Haken abgezogen. Mit Sekundenkleber fällt das Problem weg aber ich habe immer jede Menge Kleber an den Händen, das lässt sich kaum vermeiden. Auch meine Wathose habe ich mir mit Sekundenkleber eingesaut, da erst gar nichts, dann bei festem Druck die halbe Tube raus spritzte. Keine optimale Lösung.

Manche Köder laufen durch das Hakengewicht auch auf dem Kopf! Die Schwerkraft der Hakenspitze dreht den Köder einfach um. Allerdings habe ich hier noch absolut keinen Nachteil gesehen. Weder gibt es überdurchschnittlich viele Hänger noch beißen die Fische nicht auf die Rückenschwimmer.

3. Nachteil: Die Wurfweite

Subjektiv habe ich den Eindruck, die Köder am System fliegen nicht so weit, da sie eher anfangen zu flattern. Allerdings ist das an manchen Gewässern ein kaum spürbarer Nachteil. An Gewässern wie dem Main, insbesondere im Winter könnte das jedoch mal den entscheidenden Unterschied ausmachen. Für mich aber der kleinste Nachteil.

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Für mich überwiegen die Vorteile in der momentanen Testphase derart, dass ich nur die Cheburashka Bleie dabei habe. Die klassischen Jigs verwaisen im Schuppen. Am leichten System habe ich sogar schon Streamer eingehängt und auch schon zwei tolle Bisse bekommen. Auch als Vorschaltblei für Spinner sind sie zu gebrauchen. Sie vermindern sogar den Drall der vom Spinner erzeugt wird effektiv.

Einige behaupten, das Texas Rig wäre vom Prinzip das selbe System. Hier kann ich aber das Bleigewicht nicht wechseln ohne zu knoten. Auch ist der Köderkontakt beim Texas Rig überhaupt nicht mit dem Cheburashka zu vergleichen. Das Bullet verkeilt sich auch viel schneller in den Steinen nach dem Absinken.

Probiert es doch mal aus. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen teilt.


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4 Kommentare

  1. Ich finde das Cheburashka System verhält sich auch ganz anders im wasser, wie ein Texas Rig

  2. Super Bericht, würde gerne über mehr Erfahrungen von dir lesen.

  3. Johannes Wöhrle

    4. Februar 2019 at 8:10

    Super Bericht, was benutzt du denn für Einzelhaken? Sind das VMC Haken?

    • David Demel

      13. März 2019 at 23:41

      Hi Johannes, sorry dass ich so lange gebraucht habe zu Antworten. Mittlerweile fische ich nur noch Offsethaken. Da nehme ich die Gamakatsu Worm 330. Wichtig sind Hakken mit großem Öhr, sonst bekommt man den Draht nicht gut durch und das Spiel wird blockiert.

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