Normalerweise würde ich keinen so ausführlichen Beitrag über einen einzigen halbstarken Zander verfassen. Der Bestand von diesen Fischen ist bei uns im Main eigentlich enorm. Doch war ich die letzten Jahre unfassbar verwöhnt was den Zanderfang angeht, so erlebte ich diesen Sommer eine unfassbare Durststrecke. Gefühlt seit 4 Monaten habe ich keinen maßigen Zander mehr erwischt.

Gibt es keine Zander mehr im Main? Sicher nicht. Denn auch wenn Fische über 50cm die Ausnahme waren, fing ich doch eine enorme Zahl an 15-20 cm langen Vertreter der Stachelritter. Gefühlt sind die Überall und vergreifen sich selbst an Ködern, die der eigenen Größe in nichts nachstehen. Sicher ist es ein Zeichen, dass es um den Zander im Main trotz der ungünstigen Änderungen in der Hessischen Fischerei Verordnung (keine Schonzeit mehr, Besatz in Fließgewässer verboten) nicht so schlecht steht.

Doch wo sind die Großen? Warum beißt nichts? Ich denke die Antwort liegt in der enormen Zahl von Brut- und Jungfischen die diesen Sommer den Main beherrschten. So lange ich am Main fische, habe ich nie eine dermaßen große Anzahl an Ukeleis, Rotaugen, Mini-Rapfen, Döbeln und Haseln gesehen. Das Wasser war teilweise schwarz vor Fisch, insbesondere am Rand in der Steinpackung. Auch für diese Fische ein gutes Zeichen. Doch der Stipper Freud ist des Raubfischjägers Feind. Unsere Raubfische müssen im Moment einfach keine Verfolgungsjagten mit Gummiködern eingehen und Energie Verschwenden. Sie warten einfach ab bis die Beute direkt am Maul vorbei schwimmt. Dafür spricht auch, dass sowohl alle Barsche als auch die Zander momentan nur auf kleine Köder reagieren, die in Zeitlupe geführt werden. Alle Köder über 4″ und schnell geführte Köder wurden einfach Ignoriert.

Erst jetzt wo die Temperaturen fallen, sich die Kleinfischschwärme ausdünnen und die Fische in Tieferes Wasser ziehen, fangen die Zander an aktiv nach der Beute zu suchen. In den letzten 3 Wochen häufen sich die Fangmeldungen wieder. Auch größere Köder werden wider attackiert.

Ich hoffe so eine lange Durststrecke werde ich so schnell nicht wieder erleben und freue mich auf den Zanderherbst.

Ach ja, hier natürlich noch der schöne Fisch, der mir ein breites Grinsen in das Gesicht gezaubert hat: